Domaine Jean-Paul Schmitt Scherwiller, Weingut im Elsass
   
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Frankreich erleben Heft 13

 

Frankreich erleben, das erste deutschsprachige Frankreich-Magazin schreibt im Heft Nr. 10 - Juli/August 2007 über unser Weingut:

Jean-Paul Schmitt
Ein Winzer mit Charakter und charaktervollen Weinen

Seit 1993 ist Jean-Paul Schmitt Winzer im elsässischen Scherwiller. Auf sieben Hektar kultiviert er die für die Region üblichen Weinreben, insbesondere Gewürztraminer, Pinot Noir und Pinot Gris. In einer Zeit, in der immer mehr Weinbauern ihre Produktionsmengen, bedingt durch den wachsenden internationalen Konkurrenzdruck, erhöhen und zur Vereinheitlichung ihrer Produkte tendieren, geht Jean-Paul Schmitt den gegensätzlichen Weg und betont die besonderen Charakteristika seiner Weine. Eine Strategie, die sich auszahlt.

Bei einem Wein ist für mich wichtig, dass er Charakter hat. Sei es dank des Winzers, der ihn angebaut hat, oder der Erde, auf der er gedeiht, oder dank beidem zugleich. Hauptsache, der Wein unterscheidet sich von anderen, so dass man ihn für das lieben kann, was er ist. » Jean- Paul Schmitt ist jemand, der keine ehrlichen Worte scheut. Für ihn ist es nicht notwendig, großartige Diskurse zu halten. Einen Wein mag man oder mag man nicht, aber auf jeden Fall muss er eine Reaktion hervorrufen. « Der Wein ist ein lebendiges Produkt », fährt er fort. « So muss man ihm auch zugestehen, von einem Jahrgang zum nächsten zu variieren. Man muss die Idee akzeptieren, dass sich ein Wein verändert. Ich bin sehr froh, wenn ich feststelle, dass meine Weine sich entwickeln. Es ist wichtig, sich dieses zu bewahren. Heutzutage versucht man viel zu sehr, Unterschiede zu nivellieren, die Menschen an einen immer gleichbleibenden Geschmack zu gewöhnen. Das ist eine unerfreuliche Entwicklung. So verliert der Wein seine Qualität und Originalität. »

Dieser Ansatz irritiert die Branche, die in den letzten Jahren in der Tat immer mehr versucht, die angebotenen Weine zu « standardisieren », um den Geschmack eines Publikums zu treffen, das zunehmend Weine aus der ganzen Welt konsumiert und Rebsorten wie Chardonnay oder andere immer mehr als eine uniforme « Marke » begreift. Winzer, die den besonderen Charakter ihrer Weine in den Vordergrund stellen, sind selten geworden. Allerdings ist auch dieses Konzept eine sich entwickelnde Nische. Es ist eine andere strategische Weichenstellung, für die man allerdings den Mut braucht, sich von der Meinung der großen Masse abzusetzen. Dafür können sich aber die Winzer, die einen solchen Weg gehen, über dankbare Weinliebhaber freuen, so wie Jean-Paul Schmitt erzählt: « Meine Kunden sagen mir, dass sie sofort meine Weine erkennen, dass ich es geschafft habe, einen eigenen Stil zu entwickeln. Mir ist das sehr wichtig. Es ist eine große Anerkennung. Ich habe das Glück, Weine produzieren zu können, die ich gerne verkaufe. »

Diese Worte stammen dabei nicht aus dem Munde eines verträumten Idealisten, der zufällig in diesem Metier arbeitet. Wenn Jean-Paul Schmitt offiziell auch erst seit 1993 Wein in Scherwiller anbaut, so ist das Weingut schon seit drei Generationen in den Händen der Familie. Es steht also eine lange Tradition dahinter. Auch die bewegte Geschichte, die in dieser Grenzregion oftmals komplex war, spiegelt sich darin wider. So kaufte sein Großvater, der Bäcker und mit der Tochter eines reichen Industriellen der Region verheiratet war, seinem Bruder ein Stück Land, das heute Teil des Gutes ist. Der Bruder exportierte zuvor Kaffee und Holz aus Afrika. Von dem Geschenk konnte er aber nicht wirklich profitieren, da er kurz danach an einer Lungenentzündung starb, obwohl er sogar persönlich vom späteren Nobelpreisträger Herrn Doktor Schweitzer behandelt wurde. Die Großeltern verkauften deshalb die Bäckerei und stürzten sich selbst in das Abenteuer des Weinanbaus. Trotz der Önologiestudien in Reims und dem Anbau edler Reben war der Anfang schwierig. Der Zweite Weltkrieg brach aus, so dass die Winzerei nicht mehr zum Überleben genügte. Das Paar eröffnete daraufhin ein Restaurant, was wohl letztendlich den Weinbau rettete. Später übernahm dann der Vater von Jean-Paul das Anwesen, welches er vergrößerte und modernisierte. Auch er führte den Gastronomiebetrieb weiter, der noch heute existiert.

So war auch der Weg für Jean-Paul Schmitt vorgezeichnet. Doch zunächst, ebenfalls nach einem Studium der Önologie, brach er nach Straßburg auf, wo er fünf Jahre lang in einem renommierten Weinkeller arbeitete. Als sein Vater ihm 1993 offenbarte, dass er sich zur Ruhe setzen möchte, übernahm er den Familienbetrieb, dem er in den folgenden Jahren seine eigene Note verlieh: « Für mich muss ein Wein im Gleichgewicht sein. Man muss darin die Reinheit der Weinrebe wiederfinden. Mein Ansatz ist einfach: An der Basis steht die Qualität der Rebe, die man respektieren muss.

Danach sollte man nur das dazutun, was wirklich notwendig ist. » Diese Grundüberzeugung findet man auch bei der Gestaltung der Weinetiketten, die sich durch ihre elegante Schlichtheit auszeichnen, wieder. Die gesamte Arbeitsweise von Jean-Paul Schmitt richtet sich danach. Der Respekt gegenüber der Umwelt ist ihm wichtig. Im Elsass dürfen Winzer bis zu 82 Hektoliter pro Hektar erzeugen, 50 bis 55 für einen Grand Cru. Jean-Paul Schmitt produziert jedoch nur rund 45 Hektoliter pro Hektar. Er sucht nicht danach, Limits auszukosten, sondern hat ein nach seiner Meinung gutes Gleichgewicht gefunden.

Die Wirklichkeit scheint seiner Strategie Recht zu geben. Seit einigen Jahren erhielt Jean-Paul Schmitt einige der renommiertesten Auszeichnungen. So bekam sein Pinot Gris Rittersberg Sélection de Grains Nobles aus dem Jahr 2001 beim diesjährigen internationalen Grauburgunder-Wettbewerb die Exzellenz-Trophäe verliehen, nachdem 2006 der Jahrgang 1999 bei diesem Wettbewerb bereits die Goldmedaille erhielt. Ein Beweis dafür, dass sich mit der Zeit Charakter bezahlt macht.

Aus: Frankreich Erleben Heft Nr. 10 - Juli/August 2007

 

 
Frankreich Erleben
 
Caisse bois Jean-Paul Schmitt
 
 

 

Aktualisiert von Bernd Koppenhöfer 17.2.2008

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